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Geheim-Interview mit Inspektor Unbekannt

Inspektor Unbekannt gibt eines seiner seltenen Interviews.

Was macht ein Geheimdetektiv in seiner Freizeit? Wie wird man eigentlich Detektiv? Wie schafft man es unerkannt zu bleiben?

Wir MedienMonster hatten das Glück, unter anderem diese Fragen Inspektor Unbekannt stellen zu können. Pünktlich auf die Minute traf er zum vereinbarten Interviewtermin ein – an einem Ort, den wir hier nicht nennen dürfen. Im Laufe des Interviews stellte sich heraus, dass der bekannte Geheimdetektiv ein bescheidener, fast ’normaler‘ Mensch ist. Fast.

Hallo Inspektor Unbekannt!
Hallo liebe Freunde, liebe Zuhörer, liebe Leser.

Man hört so viel über Sie, Sie sind in aller Munde. Wie gefällt Ihnen der Rummel um Ihre Person?
Ich muss ganz offen zugeben, dass ich ihn die meißte Zeit über sehr amüsant finde. Obwohl ich gar nicht immer auf dem Laufenden bin, was man so über mich erzählt.

Warum wollen Sie unbedingt unerkannt bleiben?
Zuerst einmal macht es einfach viel Spaß! Außerdem ist es das, was ich über Jahre hinweg gelernt und perfektioniert habe. Unerkannt zu bleiben ist eine Eigenschaft, die in meinem Beruf sehr nützlich ist. Aber warum ich immer unerkannt bleiben möchte, kann ich so ganz genau auch nicht erklären. Ich bin es einfach.

Wollten Sie schon immer Detektiv werden?
Nein, als Kind wollte ich zuerst Baggerfahrer, dann Feuerwehrmann und schließlich Musiker werden.

Wie sind Sie dann zum Detektiv geworden?
Schicksal.

Schicksal, so einfach?
Naja, ganz so einfach war es auch nicht. Ich fiel schon als Kind nicht jedem auf. Das habe ich häufig genutzt um Unfug anzustellen. Später machte ich mir diese Fähigkeit zunutze und hatte schon früh mein erstes kleines Detektivbüro. Zu einem Meister meines Fachs wurde ich erst später, als ich auf den vielleicht größten Lehrmeister traf, den es in der Detektivgeschichte gab.

Das hört sich spannend an. Wer war dieser Lehrmeister?
Da kann ich nichts zu sagen. Nur so viel: Er war wirklich unsichtbar. (Der Inspektor lacht)

Ihre Identität wurde bis jetzt noch nicht entlarvt, haben Sie nicht Angst, dass dieses Interview eine Falle ist?
Nein.

Wirklich nicht?
Auf keine Weise. Ich bin ein Meister meines Fachs – glauben sie nicht, dass ich vorher alles mehrfach überprüft habe und gut vorbereitet bin? Außerdem sagt mir mein Gespür, dass sie ein gutes Herz haben.

Dann bin ich ja beruhigt! Arbeiten Sie alleine oder sind sie ein Detektivteam?
Ich habe noch eine bessere Hälfte – meine Assistentin, Jolie. Sie hilft mir, meine digitalen Fußspuren zu verwischen.

Digitale Fußspuren, was ist damit gemeint?
Jeder, der sich im Internet bewegt, hinterlässt Spuren, die man zurückverfolgen kann. Theoretisch kann man schnell herausfinden, welche Schuhgröße der Nachbar hat, was der Lieblingsfilm der Schuldirektorin ist oder wann der beste Freund auf ein Konzert geht. Außerdem sind überall Kameras, egal ob an öffentlichen Plätzen oder in den Smartphones meiner Mitmenschen. Gar nicht so einfach heutzutage unentdeckt zu bleiben. Aber Jolie hilft mir dabei, dass es so bleibt.

Wie viele Sprachen sprechen Sie?
Ich glaube, man braucht zwei Hände um sie zu zählen.

Nicht schlecht. Wie kommt es, dass Sie so viele Sprachen sprechen?
Ich hatte das Glück mehrsprachig aufzuwachsen. Berufsbedingt musste ich später dann noch weitere Sprachen lernen.

Hat man Sie schon einmal fast entdeckt?
Einmal? Schon oft! Ich war sogar schon häufig als Zeuge auf dem Polizeirevier. Aber nie hat jemand Verdacht geschöpft, dass Inspektor Unbekannt vor ihnen sitzt. Ich bin eben wirklich gut. (Lacht)

Wenn ich Sie so vor mir sitzen sehe, was von Ihrer Persönlichkeit ist echt, was ist gespielt?
Oh, diese Frage ist schwer zu beantworten. Und natürlich kann ich sie Ihnen nicht erläutern.

Sie gelten als Verkleidungskünstler. Welche Verkleidung haben Sie am liebsten an?
Das kann ich nicht sagen. Ich fühle mich in fast jeder Verkleidung wohl – egal ob Hip Hopper, Geschäftsmann oder Schornsteinfeger. Ich probiere, dass die Verkleidung wenigstens einigermaßen gemütlich ist – was nicht immer gelingt.

Wie müssen wir uns Sie in Ihrer Freizeit vorstellen? Wie ein klassischer Detektiv mit Hut und Pfeife? Oder Jogginghose und Dreitagebart?
Zuhause ziehe ich immer meine Lieblingshausschuhe an. Die haben schon Löcher, aber sie sind einfach gemütlich. Sonst ziehe ich immer das an, was das Wetter erfordert.

Haben Sie so etwas wie Hobbys?
Ich probiere verzweifelt E-Gitarre zu spielen. (Lacht) Ich übe so viel ich kann. Mein Ziel ist es, irgendwann mal in einer Band zu spielen. Das kann aber noch dauern.

Sind Sie verheiratet?
Dafür bleibt keine Zeit.

Haben Sie Kinder?
Ja, ganz viele – ich helfen ihnen ständig bei ihren Fällen. (Lacht wieder)

Nein, im Ernst. Haben Sie eigene Kinder?
Nein, habe ich nicht.

Sie habe extra eine Hotline für Kinder eingerichtet, wie ist diese zustande gekommen?
Wer kann sich nicht daran erinnern, dass man als Kind in manchen Situationen ein wenig Hilfe gebraucht hätte. Das Problem ist, dass in dieser von Erwachsenen erschaffenen Welt, die Kinder manchmal etwas übersehen werden. Sie sind zwar mitunter erwachsener als die sogenannten Erwachsenen, haben aber leider nicht deren Mittel und Möglichkeiten. Ihnen fehlt, das sagt meine Erfahrung, meistens nur eine kleine Hilfestellung. Den Rest schaffen sie alleine. Daher habe ich diese Telefonnummer eingerichtet.

Wenn Erwachsene dort anrufen, was passiert dann?
Ich habe eine äußerst intelligente Spracherkennung entwickelt, die Erwachsene von Kindern unterscheidet – selbst Erwachsene, die sich als Kinder ausgeben, werden sofort erkannt. Sobald das System einen Erwachsenen erkennt, wird dieser aus der Leitung geschmissen und an die örtliche Polizei oder Feuerwehr weitergeleitet.

Wie viele Fälle haben Sie gelöst?
Unzählige. Ich schätze um die 1000.

Zum Schluss noch eine ‚ganz wichtige‘ Frage: Was ist ihr Lieblingsessen?
Am liebsten esse ich selbstgemachte Nudeln mit Pesto. Natürlich alles frisch – das schmeckt am besten.

Vielen Dank, Herr Inspektor, dass Sie sich Zeit genommen haben.
Sehr gerne.

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