Donnerstag, 12. Mai 2016

Geräusche selber machen

Hintergründe zu unserer Videoreihe und dem Beruf des Geräuschemachers

Im Rahmen unseres Engagements im offenen Ganztag an Essener Grundschulen haben wir nun bereits mehrere Folgen unserer Hörspielreihe ‚Inspektor Unbekannt‘ mit den Kindern aufgenommen. Dabei gilt es auch immer Geräusche zu produzieren, um das Hörspiel zu vertonen. Auf unserer Projektseite findet ihr neben anderen Videos auch unsere Erklärfilme, in denen wir euch zeigen wie ihr mit alltäglichen Gegenständen Geräusche imitieren könnt.

P1070156

Geräuschemacher vertonen Filme und Hörspiele

Knapp 20 Personen üben in Deutschland den Beruf des professionellen Geräuschemachers aus und nehmen Geräusche für Film, Funk und Fernsehen auf. Bei Filmaufnahmen lassen sich schwer alle gewünschten Nebengeräusche einer Szene von den vorhandenen Mikrofonen erfassen und würden oft die Dialoge der Schauspieler stören. Also ist es notwendig die Filme nachträglich zu vertonen und gewünschte Nebengeräusche zu ergänzen.

Dabei sitzen die Geräuschemacher meist zusammen mit einem Tonmeister im Tonstudio und greifen auf ein breites Sammelsurium aus alltäglichen, aber auch ungewöhnlichen und gebastelten Objekten zurück. Oft werden die originalen Gegenstände zur Geräuscherzeugung genutzt. In vielen Fällen funktioniert das allerdings nicht und dann ist Kreativität gefragt.

Kokosnüsse und Gläser geben den Ton an

Der Klassiker aus dem Geräuschelabor: Mit der Hilfe von zwei ausgehöhlten Kokosnusshälften werden Pferdehufe imitiert. An anderer Stelle hört man einen Löwen brüllen – nur durch die Verwendung eines Papprohrs. Mit einem Glas und seinem Daumen lässt sich wunderbar das Quaken eines Froschs nachmachen. In unserem Erklärvideo reicht ein einfacher Putzlappen, um das Geräusch eines Herzschlags herzustellen.

Jeder Gegenstand um uns herum besitzt verschiedene Klangeigenschaften, je nachdem wie und mit welchem Material man ihn „anspielt“. Herausfinden kann man das meist nur durch Ausprobieren und so gehen Geräuschemacher stets neugierig und mit offenen Ohren durch die Welt. Ein Flohmarkt ist der ideale Ort, um neue Objekte ausfindig zu machen. Bei der Suche ist viel Phantasie und ein gut geschultes Gehör vonnöten.

Geräuschemacher überdauern das digitale Zeitalter

Auch im Zeitalter der digitalen Computertechnik und des Internets gibt es noch immer den Beruf des Geräuschemachers. Zwar existieren auch immer mehr digitale Sound-Archive, aber in vielen Fällen bleibt es effektiver und authentischer die Geräusche mit mechanischen Requisiten herzustellen.

Neben dem richtigen Timing für die Synchronisation besitzt der Geräuschemacher die wichtige Fähigkeit menschliche Bewegungen zu vertonen. Dies macht auch den Grossteil seiner Arbeit aus. Vor allem menschliche Schritte lassen sich bis heute nicht zufriedenstellend durch künstliche, digital hergestellte Geräusche imitieren.

 

zurück zur Übersicht